Zugersee

Die Wildenburg

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Auf dem Zugersee


Lauer Abendwind sacht weht,
im Westen tief die Sonne steht,
Fenster spiegeln goldenes Licht
in alten Häusern dicht bei dicht.
Türme schauen stolz empor,
Wellen rauschen wie im Chor.

Riegelbauten - kleine Erker,
der Chaibenturm - ein Kerker,
neu geschmückt die alte Sust,
meine Jolle gleitet zielbewusst
an Altstadthäusern vorbei,
entlang dem uns vertrauten Quai.

Unter grünen Hängen - rote Dächer,
nur der Wind wird immer schwächer,
vorüber an Plätzen, engen Gassen,
an Mädchen die sich küssen lassen.
In der Bucht ein Wasserspiel,
langsam erreichen wir das Ziel.

Reiher kreisen mit eingezogenem Hals,
anmutige Schwäne bei der Balz.
Schon ist dort der sichere Hafen,
in dem bald alle Boote schlafen.
Auf dem See die letzten Sonnenfunken,
nun liegt das Städtchen traumversunken.
                                

Die Wildenburg

 

Am Tor zum sonnigen Ägerital

dem Wanderer nicht unbekannt, 

steht stolz von Anno dazumal 

die Wildenburg im Zugerland.

 

Sie thront auf bewaldeter Hügelrippe 

mit schroffen steilen Hängen,

tief unten die hölzerne Brücke

Lorze und Schwarzenbach sich drängen.

 

Auf dieser uralten Brücke zogen

einst Säumer hin und her. 

Heut spannt sich im weiten Bogen 

das dritte Denkmal, befahren schwer.

 

Die Ruine, vordem verlassen und zerfallen. 

Sie lebt wieder, zeigt ihren Wert, 

mit Rundturm und Gemäuern allen

die alten Hünenberger ehrt.

 

Die Steinruine wiederhergestellt, 

Palast und Ringmauer bewundert, 

eine Adelsburg in der modernen Welt

mit Gründungszeit im 12. Jahrhundert.

 

Sprechen diese steinalten Mauern 

vom ritterlichen Räuberleben? 

Schaurige Sagen Zeiten überdauern

die Ruine geheimnisvoll umschweben.

 

Grausige, lüsterne Sagen werfen Schatten

von der hübschen Jungfrau Anna sie berichten. 

Doch in der alten Feste hausten Ratten, 

auch vom tapferen Metzger gab's Geschichten.

 

Die archäologischen Grabungsfunde, 

der Basler Plappart und Tongeschirr

anschaulich, lebendig geben uns Kunde 

Talglampe, Radsporn und Knochengewirr.

 

Die Ofenkeramik, glasiert dunkelgrün

von Rittertugend und Treue singt

läst liebende Herzen glühn

wenn höfische Sprache erklingt.

 

Wanderst du recht früh im Jahr

zur Wildenburg, dem Felsensporn, 

so blüht der Seidelbast sogar

und bald danach der Bergahorn.

 

Führt dein Weg vom sonnigen Ägerital

zur Ruine, restauriert sehr gut, 

zwischen drei Brücken hast du die Wahl, 

dann bergauf, oben die Burganlage ruht. 

 

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