Höllgrotten
Unten auf dieser Seite:
Moränen Höger
Unwetter im Lorzetobel
Treue

Die Wildenbrug
 

Home
zurück
weiter

 Die Höllgrotten
B
ei der Lorze, tief im Berg
     Kulissen von Tropfstein Gebilden, 
     ein phänomenales Wunderwerk
     in unterirdischen Gefilden.
Es gestaltete diese Szenerie
     keine geschickte Künstlerhand,
     hier war die Natur das Genie,
     den Formenreichtum sie erfand.

Architektur in Bergesschlund 
     beeindruckt Augen und Sinn.
     Die Grotten - ein seltener Fund
     entdeckt beim Tuffstein Gewinn.
Tritt ein zuerst ins Feenreich
     gefüllt mit tausend Stalaktiten,
     kalkiges Wasser schuf ungleich
     von unten her die Stalagmiten.

Riesige Trauben umgeben dich
     umspielt von Licht und Schatten,
     unter Wasser bildeten sie sich -
     im See, langsam ging's vonstatten.

In großer Halle, Dom genannt, 
     die Schildkröte, das Krokodil 
     ein versteinerter Stamm - imposant,
     am Boden auch ein Farbenspiel.

Charakter diese Grotten Zeigen
     im weit verzweigten Labyrinth.
     Siehst du dort den Nymphenreigen, 
     zarte Wesen lautlos und geschwind?
Eine ganz besondere Faszination
     vom spiegelblanken See ausgeht.
     Der Bienenkorb, eine Komposition
     von gelungener Originalität.
                          
---
Dunkel ist der lange Gang,
     führt zur Zauberschloss - Galerie.
     Lausch den hohlen, dumpfen Klang, 
     ein Widerhall der Säulen Melodie.
Algenteppiche langsam wuchsen, 
     wo das Licht einer Lampe scheint,
     kleine Gerinnsel in Spalten glucksen,
     es tropft, als ob die Höhle weint.
Nadeln, bizarre Zapfen überall,
     die Wurzelgrotte der Unterwelt,
     im gleichmäßigen Intervall
 
     ein Tropfen von der Decke fällt.
Kühn trabt ein grauer Bär daher,
     feucht glatt sein steinig Fell.
     Unwirklich diese Welt - imaginär,
     und draußen ist es warm und hell.
Eindruckvolles Naturdenkmal
     in enger waldiger Schlucht,
     wenn auch nie ein Sonnenstrahl 
    die Grotten hier besucht.

 

                                  
 
Home zurück weiter

Moränen Höger

Bei Menzingen, das Hochplateau
mit grünen Hügeln, alten Linden,
ein erhabenes Bild wie nirgendwo.
Die Seen langsam verschwinden.
Bedauern wirst du empfinden.

Es bildete diese schöne Landschaft,
des Gletschers starke, kalte Hand,
die mit steter eisiger Kraft,
Geröll und Steine so markant
zu Kuppen formte imposant.

Findlinge, vertorfte Mulden,
bunte Blumen am Wegrand,
Beobachtung wir ihnen schulden.
Auf alten Höfen im Oberland
wird dann Zuger Kirsch gebrannt.

Denn die Bäume auf den Matten,
sind beladen mit Früchten schwer.
Umarmt von Sonnenflut und Schatten
liegen die „Drumlins“ ringsumher.

Bucklige Welt, wir lieben dich sehr.

 

Unwetter im Lorzetobel

 

Mit erschreckender Urgewalt

ein Gewittersturm daher braust,

fegt heulend in den Tobelwald

und Baumgipfel er zerzaust.

 

Erste schwere Tropfen fallen,

dort die Säumer-Brücke ziegelgedeckt,

weit oben Wolkentürme sich ballen,

ein Unwetter - ich hab Respekt.

 

In wilder Eile zucken Blitze,

ohrenbetäubend rauscht der Fluss.

Vorbei die schwüle Sommerhitze,

kräftig prasselt der Regenguss.

 

Mit Wucht tut's Gewölk sich entladen,

funkend blitzt's und grollt's.

Durchnässt warten die Kameraden

unter der alten Brücke aus Holz.

 

Die Brücke ein Unterstand

schützt uns doch vortrefflich -

und aus der schwarzen Wolkenwand

stürzen Regenfluten unendlich.

 

Lehmige, gelbe Wassermasse

über Nagelfluhblöcke sich ergiesst      

Geröll und Wurzeln sie erfasst,

tobend die Lorze unten fliesst.

 

Blitze funken - ein Lichtzucken,

im Tobel leuchtet's grell,

wen tut's nicht beeindrucken

Blitz und Donner im Duell?

 

Ein Inferno der Elemente

Graupelschauer - Hagelschlag

bange angstvolle Momente

nach einem sonnigen Julitag.

 

Treue

 

Uff "Willenburg" wie man sie nennt,

im Kachelofen Feuer brennt.

Es lodert, knistert in der Glut,

wärmt die Kemenate, gibt auch Mut.

 

Cäcillia spricht anmutig fein,

mit Güte und liebendem Herz:

"Es soll dich nicht reuen mir ganz treu zu sein,

nie will ich bereiten dir Schmerz."

 

In wohlklingendem Wechselgesang

erwiedert Vincenz: "Edelfräulein,

es soll dich nicht reuen mir ganz treu zu sein."

Zwei Spruchbänder, ein Freudenklang.

 

Kniend um ihre Gunst er wirbt,

will Minne schenken bis er stirbt.

Cäcillia in feinem seidenen Tuch,

verzaubert seine Gewogenheit sucht.

 

Vermählt, Liebe und Treue als Gabe,

fernab von Raub und Kampfesschauer,

geschenkt ward ihnen ein Edelknabe.

Die Jahre verflogen in Burgesmauer.

 

Noch eine Kachel zu besingen es gilt,

zeigt ein ungewöhnlich schönes Bild,

weder Eifersucht noch Neid -

echte Freundschaft überdauert Zeit.

 

Bewährte Treue ein kostbares Gut!

Wieder ein Spruchband sie umfängt.

"Sei beständig und frohgemut"

am Eingang des Portals es hängt.

 

Erzählen grüne Ofenkacheln auch

von Rittertugend und altem Brauch.

Im Ofen verloschen die feurige Glut,

durch die Ruine schwebt leise Wehmut.

 

 

Die Wildenburg

Am Tor zum sonnigen Ägerital
dem Wanderer nicht unbekannt, 
steht stolz von Anno dazumal 
die Wildenburg im Zugerland.

Sie thront auf bewaldeter Hügelrippe 
mit stroffen steilen Hängen,
tief unten die hölzerne Brücke
Lorze und Schwarzenbach sich drängen.

Auf dieser uralten Brücke zogen
einst Säumer hin und her. 
Heut spannt sich im weiten Bogen 
das dritte Denkmal, befahren schwer.

Die Ruine, vordem verlassen und zerfallen. 
Sie lebt wieder, zeigt ihren Wert, 
mit Rundturm und Gemäuern allen
die alten Hünenberger ehrt.

Die Steinruine wiederhergestellt, 
Palast und Ringmauer bewundert, 
eine Adelsburg in der modernen Welt
mit Gründungszeit im 12. Jahrhundert.

Sprechen diese steinalten Mauern 
vom ritterlichen Räuberleben? 
Schaurige Sagen Zeiten überdauern -
die Ruine geheimnisvoll umschweben.

Grausige, lüsterne Sagen werfen Schatten
von der hübschen Jungfrau Anna sie berichten. 
Doch in der alten Feste hausten Ratten, 
auch vom tapferen Metzger gab's Geschichten.

Die archäologischen Grabungsfunde, 
der Basler Plappart und Tongeschirr
anschaulich, lebendig geben uns Kunde 
Talglampe, Radsporn und Knochengewirr.

Die Ofenkeramik, glasiert dunklegrün
von Rittertugend und Treue singt
läst liebende Herzen glühn
wenn höfische Sprache erklingt.

Wanderst du recht früh im Jahr
zur Wildenburg, dem Felsensporn, 
so blüht der Seidelbast sogar
und bald danach der Bergahorn.

Führt dein Weg vom sonnigen Ägerital
zur Ruine, restauriert sehr gut, 
zwischen drei Brücken hast du die Wahl, 
dann bergauf, oben die Burganlage ruht. 

 

6.10.2021  18:50