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Die Kühlschlange
Unten: Die Mausefalle

 Lars und Lina sind bei den Grosseltern in Italien. Es ist ein heisser Sommer. In Italien sind heisse Sommer noch heisser als anderswo. Die Sonne brennt lange vom blauen Himmel. Alle Kinder und natürlich auch viele Erwachsene wollen dann am liebsten kühle Speisen essen. Im Kühlschrank der Grosseltern lagern deshalb auch jede Menge Glace, Eistee, Früchte, Obstsäfte und frische Salate. Lars und Lina bedienen sich dort oft und gerne. Aber sie holen keinen Salat und keine Früchte, sondern immer nur das herrliche Schokoladenglace.

 „Lars, Lars mache bitte die Kühlschranktüre gut zu“, so muss die alte Frau den Jungen immer wieder ermahnen. „Du weißt doch, das Eis taut schnell auf und die Kühlschlange schafft es nicht mehr. In unserem Kühlschrank hat es nämlich eine Kühlschlange.“ Lars hatte zwar noch nie eine Kühlschlange gesehen, aber er bemüht sich trotzdem die Türe, die ziemlich klemmt, gut zu schliessen. Nun ja, hin und wieder hatte er es doch vergessen und dann war die Glace aufgetaut.

 Bei den Grosseltern gibt es noch viele Dinge und Orte zu erforschen. Da ist der riesengrosse Garten mit Palmen, Mandel- und Orangenbäumen. Ein kleines Paradies für Lars und Lina. Besonders der hohe Steinwall und der kleine Teich lockt die Kinder. Im Teich und in den Steinen wohnen viele kleine Tiere. Hier leben und verstecken sich Haselmäuse, Salamander, Kröten, Käfer und Spinnen. Oft landen bunte Sommervögel auf den warmen Steinen und zarte schillernde Libellen fliegen über das Wasser.

 Auch heute spielen und klettern die Kinder in den Steinen herum. Lars bückt sich und möchte einen schweren Stein wieder auf den Wall befördern. „Was ist denn das?“ ruft er erstaunt. Unter dem grossen Stein will sich gerade ein kleines Schlangentier  verkriechen. Lina schaut sprachlos auf das Tier. Lars aber reagiert blitzschnell und ergreift es. Mit beiden Händen hebt er es fest. „Du Lina, das ist doch die Kühlschlange aus Omas Eisschrank. Ich habe sicher die Türe offen gelassen. Komm wir tragen sie wieder in den Eisschrank zurück.“ Gesagt – getan.

Lina springt vorweg, reisst blitzschnell die Kühlschranktüre auf und Lars lässt dann die kleine Schlange aus seiner Hand gleiten. Das verängstigte Tier fällt direkt in die grosse Salatschüssel. Damit ist die Angelegenheit für die zwei Geschwister erledigt.

 Zum Glück war es keine richtige Schlange, sondern nur eine Blindschleiche. Schlangenbisse sind oft tödlich, doch Blindschleichen sind nicht giftig.

Die Geschichte aber war noch nicht zu Ende. Als die Grossmutter am Abend den Kühlschrank öffnete und  den Salat für das Essen heraus nahm, passierte das Unglück. Sie entdeckte die Blindschleiche. Vor Angst liess sie die Schüssel fallen und suchte, vom Schreck überwältigt, einen Halt am nächsten Küchenstuhl. Dieser kippte und Grossmutter wäre beinahe umgefallen. Die  Blindschleiche schlängelte schnellstens zurück in den Garten. An diesem Abend mussten die Kinder keinen Salat essen. Es gab wieder Glace, denn niemand hatte bemerkt, dass Lars und Lina die kleine Blindenschleiche im Kühlschrank eingesperrt hatten.

 Die Mausefalle

 Heute haben wir eine Maus gefangen. Lebendig und gefrässig war sie in die Falle geraten. Fetter Käse schmeckt aber auch allzu fein. Diese Mäuse richten seit Tagen einen erheblichen Schaden in meinem Garten an. Sie haben mir schon zweimal die ganze Erbsensaat aufgefressen.

Gerne hätte ich dieses kleine Geschöpf, mit seinen schwarzen Kulleraugen, meinen Enkelkindern gezeigt. Ich habe die Maus aber getötet und entsorgt. Man hätte sie auch in den nahen Wald tragen können, um sie dann wieder frei zulassen. Aber so wie ich Mäuse kenne, wäre es nicht lange gegangen und sie hätte sich wieder an meinen Erbsen zu schaffen gemacht. Auch Nachbars Katze bringt täglich halbtote Mäuse mit ins Haus.

Als ich dieses verängstigte Tierchen so durch die Gitterstäbe betrachtete, kamen mir einige Gedanken in den Sinn. Wie unachtsam man doch ist, wenn einem etwas Feines vorgestellt wird. Es spielt keine Rolle, wo oder was es ist. Man ist fasziniert vom Anblick, vom Geruch, vom Aussehen, vom Geschmack oder von der Möglichkeit. Man möchte es besitzen oder geniessen, am liebsten sofort. Das geht allen Lebewesen so, Menschen wie Tiere neigen dazu.

In eine Falle zu geraten ist aber absolut nicht erstrebenswert.
Wo befinden sich solche Fallen? Achten wir immer darauf?
Also ist Vorsicht am Platz! Allzu grosse Vorsicht bedeutet aber auch Verlust an Lebensfreude. Man wird misstrauisch, gehemmt oder sogar verklemmt. Gesunder Menschenverstand, guter Rat und auch Abstand gewinnen, diese Möglichkeiten können uns helfen, nicht in jede Falle zu geraten. Manchmal manöverirren wir uns selber in eine Falle! Wir benötigen dann die Hilfe von aussen, jemanden der uns befreit. Nächstenliebe, Verständnis für andere und Gehorsam können uns in solchen Situationen hilfreich sein. Vergessen wir das nie.                         

 

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